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Verzeichnis der Pressemitteilungen
List of press releases
Diese Presseinformation ist kein offizielles Dokument der Vereinten Nationen. Sie wurde in Verantwortung des in der Datumszeile genannten Informationsbüros oder Informationsdienstes der Vereinten Nationen erstellt.


Pressedienst
Wien, 11. Juli 1996

Die UNO 1992 bis 1996 - eine Bilanz (4. Teil)

Was während der Amtszeit von Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali geschah

Entwicklung

Generalsekretär Boutros-Ghali gelang es, einen internationalen Konsens über eine neue integrierte Vision von der Entwicklung als multidisziplinärem Prozeß herbeizuführen, der Frieden, Wirtschaftswachstum, Umwelt, soziale Gerechtigkeit, Demokratie und eine ordentliche Regierungsführung vorsieht.

Er initiierte eine Reihe von Konferenzen und Gipfeltreffen über Themen von globalem Zusammenhang als pragmatischen Weg der Konfrontation mit den neuen Herausforderungen der Entwicklung. Bei diesen Veranstaltungen handelt es sich um: Die Konferenz über Umwelt und Entwicklung (Rio, 1992), die Menschenrechtskonferenz (Wien, 1993), die Konferenz über bestandfähige Entwicklung der kleinen Inselstaaten (Barbados, 1994), die Weltkonferenz über die Vermeidung von Naturkatastrophen (Yokohama, 1994), die Weltkonferenz über Bevölkerung und Entwicklung (Kairo, 1994), die Weltministerkonferenz über organisiertes grenzüberschreitendes Verbrechen (Neapel, 1994), den Weltgipfel für soziale Entwicklung (Kopenhagen, 1995), die vierte Weltfrauenkonferenz (Beijing, 1995), die neunte Konferenz für Handel und Entwicklung - UNCTAD IX (Midrand, 1996) und die Konferenz über das menschliche Siedlungswesen - HABITAT II (Istanbul, 1996).

Die Förderung globaler Themen wurde unter Beachtung ihrer Auswirkung auf den Menschen und die menschlichen Gemeinschaften vorangetrieben. Zu den Ergebnissen gehört die bindende Konvention über Umwelt, die Anerkennung der Entwicklung als Menschenrecht, die verbindliche Verpflichtung von 117 Staats- und Regierungschefs zur Beseitigung von Armut, Arbeitslosigkeit und sozialer Abdrängung, die Verpflichtung von 30.000 Vertretern nichtstaatlicher Organisationen und führenden Politikern zur wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Förderung der Frau einschließlich von praktischen Programmen zur Ermöglichung und Überwachung dieser Verpflichtungen auf internationaler, nationaler, regionaler, und lokaler Ebene.

Die Vereinten Nationen haben in dramatischer Weise die Aufmerksamkeit der Medien und internationaler Foren, wie der G-7, auf die Marginalisierung Afrikas gelenkt. Sie haben ferner die Anwendung der Agenda für die Entwicklung auf Afrika (März 1996) gefördert.

Völkerrecht

Die Vereinten Nationen haben darüber hinaus das Inkrafttreten der Seerechtskonvention erreicht: Diese schafft klare Zonen für die Souveränität und die Jurisdiktion der Küstenstaaten. Die Konvention legt auch klare Regelungen für den Hochseebereich sowie die Rechte und Pflichten der Staaten bei der Navigation fest. Sie sorgt ferner für den Schutz der Meeresumwelt, schafft einen legalen Rahmen für die Entwicklung der Meeresresourcen und für den Tiefseebergbau einschließlich der internationalen Meeresbodenbehörde.

Die UNO hat im März 1995 einen Kongreß über Völkerrecht einberufen. Dabei führten Wissenschafter und Praktiker aus 126 Ländern einen Meinungsaustausch über die Weiterentwicklung des Völkerrechtes und seine Kodifizierung, über Forschung, Entwicklung und Ausbildung in Völkerrecht sowie die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts durch.

Mit der Schaffung der internationalen Tribunale haben die Vereinten Nationen völlig neuen Boden betreten. Diese ersten derartigen Tribunale seit dem Nürnberger Kriegsgericht urteilen über Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Ruanda und im ehemaligen Jugoslawien.

Schließlich traten die Vereinten Nationen in Verhandlungen über die Schaffung eines internationalen Strafgerichtshofes zur Durchsetzung der grundlegenden Menschenrechte und im Hinblick auf die individuelle Verantwortung für schwere internationale Verbrechen ein, um auf diese Weise abschreckend zu wirken.

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