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Pressedienst
Wien, 9. Juli 1996
Verhütung, Management und Lösung von Konflikten
Im Januar 1992 hat Generalsekretär Boutros-Ghali das erste Gipfeltreffen der Sicherheitsratsmitglieder auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs einberufen. Dieser Gipfel hat zusammen mit dem dazu vom Generalsekretär erstellten Bericht Agenda für den Frieden eine internationale Debatte über die Rolle der Vereinten Nationen bei der Aufrechterhaltung des internationalen Friedens und der Sicherheit ausgelöst und einen weiterführenden Prozeß der Reform der Vereinten Nationen in verschiedenen Bereichen ausgelöst.
Vorbeugende Diplomatie und Friedensschaffung
Die Agenda für den Frieden (Juni 1992) räumt der vorbeugenden Diplomatie Priorität ein. Dieses Dokument fordert ferner die Mitgliedsländer auf, die geeigneten Umstände für vorbeugende Stationierungen zu schaffen. Sechs Monate später haben die Vereinten Nationen erstmals eine derartige vorbeugende Stationierung in der früheren Jugoslawischen Republik Mazedonien vorgenommen.
Die Fähigkeit zur vorbeugenden Diplomatie und Friedensschaffung einschließlich der Frühwarnung und der guten Dienste des Generalsekretärs wurde verstärkt und zumeist im privaten Rahmen der stillen Diplomatie ausgeführt. Erfolgreich geschah dies zwischen Libyen und Tschad, Jemen und Eritrea, Nigeria und Kamerun sowie zwischen Griechenland und der ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien.
Friedenserhaltung
Seit dem Jahr 1992 haben die Vereinten Nationen 17 neue friedenserhaltende Missionen stationiert. Der Höhepunkt wurde im Dezember 1994 mit 17 Einsätzen erreicht, an denen rund 70.000 Personen beteiligt waren. Derzeit sind noch 16 Friedenseinsätze davon aufrecht.
Die Vereinten Nationen haben eine zweite Generation von friedenserhaltenden Missionen entwickelt, die über die traditionelle Stationierung leicht bewaffneter Truppen zwischen den Konfliktstaaten hinausgeht. Es handelt sich dabei um komplexe und vielschichtige Einsätze - zumeist innerhalb und nicht zwischen Staaten. Sie vereinigen in sich Elemente der traditionellen Friedenserhaltung, den Schutz humanitärer Hilfskonvois, humanitäre Noteinsätze, Hilfe bei Wahlen, Beistand bei der Entwaffnung von Kämpfern, Entminung und Wiederaufbau der kriegszerstörten Infrastruktur. Erfolgreich war die Konfliktlösung durch Verhandlungen in Kambodscha, El Salvador, Haiti, Mozambique und Angola. Rückschläge mußten durch das Anhalten des Krieges in Somalia und in Bosnien hingenommen werden.
Die Zusammenarbeit für Frieden und Sicherheit zwischen den Vereinten Nationen und Regionalorganisationen wurde verstärkt. Dies umfaßt gemäß Kapitel VIII der UNO-Charta Konsultationen, diplomatische Unterstützung ("Freunde des Generalsekretärs"), operationelle Unterstützung (von NATO an UNPROFOR im ehemaligen Jugoslawien) und gemeinsame Aktionen (UNO und OAS in Haiti).
(Wird fortgesetzt mit den Bereichen Friedensbildung nach Konflikten, Abrüstung, Menschenrechte und Demokratisierung).
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