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Diese Presseinformation ist kein offizielles Dokument der Vereinten Nationen. Sie wurde in Verantwortung des in der Datumszeile genannten Informationsbüros oder Informationsdienstes der Vereinten Nationen erstellt.


Pressedienst
4. Juni 1996


"Tag der Umwelt" ist Aufruf zum Handeln


UNO-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali verweist auf Verstädterung der Welt und die daraus folgenden Umweltgefahren



WIEN - UNO-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali hat zum morgen, Mittwoch, stattfindenden internationalen "Tag der Umwelt" eine Erklärung veröffentlicht, in der es unter anderem heißt:

Dieser Tag bietet Gelegenheit, über den Zustand unserer empfindlichen Umwelt nachzudenken. Der Tag der Umwelt lenkt die Aufmerksamkeit auf einige der bedrohlichen Wege, auf denen die Menschheit ihren eigenen Lebensraum gefährdet. Der Tag der Umwelt unterstreicht die Dringlichkeit einer Änderung unserer Haltung und unseres Verhaltens durch verantwortungsvolle Praktiken und Aktionen.

Das Thema des diesjährigen Tages der Umwelt lautet "Unsere Erde, unser Lebensraum, unser Zuhause".

Während die Welt sich auf das 21. Jahrhundert zubewegt, tritt sie zugleich von einem Zeitalter der hauptsächlich ländlichen Bevölkerung in eines, das von Stadtbewohnern gekennzeichnet sein wird. Es ist offensichtlich, daß die Zukunft der Menschheit sich vor allem in urbanen Gebieten entfalten wird.

Die explosiven und anhaltenden Wachstumsraten in den städtischen Gebieten haben grundlegende Herausforderungen für eine tragfähige Verwaltung dieser Siedlungen hervorgerufen. Die Decke aus Smog über Städten wie Rio de Janeiro, Mexiko Stadt, Delhi, Peking und zehntausende weitere kleinere Städte ist ein Symbol für die vielen dringenden Probleme, die unsere Aufmerksamkeit verlangen - von ungebremsten Emissionen bis zu ungenügender sanitärer Entsorgung, von Chemieunfällen bis zu Feuersbrünsten.

Mit der Beschleunigung der globalen Integration verschwimmen die Trennungslinien zwischen Stadt, Land, Region und Kontinent immer rascher. Die Zukunft unserer Städte wird in zunehmendem Maße nicht nur die Zukunft der Nationen sondern auch des Planeten als Ganzes bestimmen. Wir haben die Frage einer tragfähigen Verwaltung der Städte zu unserem eigenen Schaden nicht beachtet.

Wenn die Städte weiterhin Motor der wirtschaftlichen Entwicklung sein sollen, dann muß die künftige Entwicklung der Städte auf der Grundlage der Umweltverträglichkeit erfolgen.

Astronauten haben beobachtet, wie bedeutungslos nationale Grenzen aus der Sicht der Biosphäre sind. Wir dürfen es diesen Trennungslinien nicht gestatten, den Blick auf unseren gemeinsamen Planeten zu verstellen.

Die Auffassung der gesamten Erde als unsere Heimat und als integraler Platz unseres Reichtums und unserer Zukunft kann einen ersten Schritt für unser Überleben bedeuten.

Der Tag der Umwelt ist ein Aufruf an unser Gewissen und ein Ruf zum Handeln. Möge uns dieser Tag für das Wohl unseres eigenen Lebens aber auch für das Wohl kommender Generationen erleuchten. Die Umweltkrise gestattet keine Verzögerung. Jetzt ist Handeln gefragt.

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