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Verzeichnis der Pressemitteilungen
List of press releases
Diese Presseinformation ist kein offizielles Dokument der Vereinten Nationen. Sie wurde in Verantwortung des in der Datumszeile genannten Informationsbüros oder Informationsdienstes der Vereinten Nationen erstellt.


Hintergrundinformation
UNIS/OS/148

30. Mai 1996


Ausschuß für die friedliche Nutzung des Weltraums hält 39. Tagung vom 3. bis 14. Juni in Wien ab


Beratungen über Abhaltung einer dritten UNISPACE-Konferenz, Pläne zur Behandlung des Weltraummülls und des allgemeinen Zugangs zu neuen Technologien

WIEN, 30. Mai (UNO-Informationsdienst) - Es wird erwartet, daß auf der zweiwöchigen 39. Tagung des Ausschusses für die friedliche Nutzung des Weltraums, die vom 3. bis 14. Juni in Wien stattfindet, eine Entscheidung über die Abhaltung einer dritten internationalen Konferenz über die friedliche Nutzung des Weltraums (UNISPACE III) fallen wird.

Der Ausschuß wurde von der Generalversammlung zur Beratung aller Fragen im Zusammenhang mit der möglichen Abhaltung einer dritten Konferenz der Vereinten Nationen über die Erforschung und friedliche Nutzung des Weltraums ersucht. Dazu gehören auch technische und politische Fragen, die Tagesordnung, die Finanzierung, der Zeitpunkt der Abhaltung sowie die Klärung der Möglichkeit, diese Ziele auf andere Weise als mit einer derartigen Konferenz zu erreichen.

Der Ausschuß wird ferner wissenschaftliche und technische sowie rechtliche Aspekte der Forschung und der friedlichen Nutzung des Weltraums auf der Grundlage der Berichte seines Wissenschaftlich-technischen und seines Rechtsunterausschusses prüfen.

Die Tagung eröffnet den Regierungen die Gelegenheit, ihre jüngsten Weltraumaktivitäten darzustellen und einen Meinungsaustausch über den bestmöglichen Zugang zu den Nutzanwendungen der Weltraumforschung abzuhalten. Der Ausschuß wird ferner seine Aufmerksamkeit auf eine Reihe von Prinzipien und Entwürfen für die Durchführung einer diesbezüglichen Zusammenarbeit richten. Erstmals wird dem Ausschuß ein einheitlicher Text auf der Basis früherer konkurrierender Texte vorliegen.

Ferner wird sich die Tagung mit der Frage auseinandersetzen, wie man die Probleme und Gefahren des zunehmenden Mülls in der Erdumlaufbahn behandeln soll, der vor allem aus gebrauchten und zerstörten Satelliten besteht. Bislang hat sich der Ausschuß nicht mit den rechtlichen Aspekten des Weltraummülls befaßt.

Weitere Punkte der Tagesordnung sind die Durchführung der Empfehlungen der beiden früheren UNISPACE-Konferenzen, die 1968 und 1982 in Wien abgehalten wurden, die Fortsetzung der Diskussion über die Definition und Abgrenzung des Weltraums, die Nutzung der geostationären Umlaufbahn, wissenschaftliche und technische Entwicklungen in Zusammenhang mit der Nutzung von Atomkraft im Weltraum, Nutzanwendungen der Weltraumtechnik, der wachsende Einsatz von kostengünstigen Mikrosatelliten, die Koordinierung der Weltraumaktivitäten der Vereinten Nationen und die Überprüfung weiterführender und geplanter Ausbildungs- und Hilfsprogramme.

Angesichts der Auswirkungen der Finanzkrise der Vereinten Nationen werden voraussichtlich kostensparende und effizienzsteigernde Maßnahmen von den Teilnehmern diskutiert werden. Unter dem Tagesordnungspunkt "Allgemeines" werden die Arbeitsmethoden des Ausschusses und seiner Untergremien erörtert werden.

Der Ausschuß für die Friedliche Nutzung des Weltraums wurde von der Generalversammlung im Jahr 1959 zur Feststellung des Ausmaßes der internationalen Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung des Weltraums, zur Ausarbeitung von Programmen auf diesem Gebiet unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen, zur Ermunterung fortführender Forschungstätigkeit und Verbreitung von Informationen über Fragen des Weltraums und zum Studium rechtlicher Probleme der Erforschung des Weltraums geschaffen.

Als Zentrum der Tätigkeit der Vereinten Nationen im Bereich des Weltraums und als Forum für die Leitung der internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Weltraumtechnologie und Forschung hat der Ausschuß das vordringliche Ziel, allen Nationen den Zugang zur Nutzanwendung der Weltraumforschung und der Weltraumtechnologie zu sichern.

Weltraummüll ist Schwerpunktthema der nächsten Jahre

Was den Tagesordnungspunkt "Weltraummüll" betrifft, so wird sich der Ausschuß mit den Gefahren aus den nicht mehr in Betrieb befindlichen Satelliten und Teilen verschiedener von Menschenhand erzeugter Weltraumobjekte befassen, die ein hohes Risiko von Kollisionen vor allem in der überfüllten geostationären Umlaufbahn darstellen. Dieses Thema ist für den Ausschuß vorrangig. Eine modellhafte Zusammenstellung der Situation beim Weltraummüll und eine Einschätzung dieses Risikos stellen eine Aufgabe für 1997 dar. Im Jahr darauf wird die Diskussion über die Möglichkeiten der Beseitigung dieses Problems beginnen.

Der Einsatz von Atomkraft im Weltraum bleibt weiterhin auf der Tagesordnung des Ausschusses, wobei er vor allem darauf achten will, ob neue technische Entwicklungen eine Überarbeitung der bestehenden Prinzipien für die sichere Verwendung solcher Energiequellen im Weltraum rechtfertigen.

Mitgliedschaft

Aufgrund eines Beschlusses der Generalversammlung setzen sich der Weltraumausschuß und seine Unterausschüsse aus 61 Mitgliedstaaten zusammen: Ägypten, Albanien, Argentinien, Australien, Belgien, Benin, Brasilien, Bulgarien, Burkina Faso, Chile, China, Deutschland, Ecuador, Frankreich, Griechenland, Indien, Indonesien, Irak, Iran, Italien, Japan, Jugoslawien, Kamerun, Kanada, Kasachstan, Kenia, Kolumbien, Kuba, Libanon, Marokko, Mexiko, Mongolei, Nicaragua, Niederlande, Niger, Nigeria, Österreich, Pakistan, Philippinen, Polen, Portugal, Republik Korea, Rumänien, Russische Föderation, Schweden, Senegal, Sierra Leone, Spanien, Südafrika, Sudan, Syrien, Tschad, Tschechische Republik, Türkei, Ukraine, Ungarn, Uruguay, Venezuela, Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich und Vietnam.

(1997 wird Kuba seine Mitgliedschaft alternierend mit Peru wechseln und die Republik Korea mit Malaysia.)

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