| Bericht des Generalsekretärs 1996, Inhalt Report of the Secretary-General 1996, Table of contents |


321. Das Zentrum der Vereinten Nationen für Wohn- und Siedlungswesen (Habitat) unter der Leitung von Wally N'Dow hat seine Bemühungen auch weiterhin auf drei Hauptbereiche konzentriert: die Bereitstellung technischer Hilfe an die Mitgliedstaaten zur Ausarbeitung und Durchführung von Politiken und Programmen für bestandfähige menschliche Siedlungen; die Stärkung der Kapazität des öffentlichen, prIVaten und des Gemeinschaftssektors auf nationaler und lokaler Ebene zur Verbesserung der Lebensbedingungen in ländlichen und städtischen Siedlungen durch die Bereitstellung angemessener Behausung, Infrastruktur und Dienstleistungen, insbesondere für die Armen und sozial Schwachen; und die Sensibilisierung der Weltgemeinschaft für die Wichtigkeit der Entwicklung menschlicher Siedlungen zur Verwirklichung eines bestandfähigen wirtschaftlichen Wachstums, des Umweltschutzes, der Armutsminderung, der sozialen Ausgewogenheit und der Gleichberechtigung der Geschlechter. Diese vorrangigen AktIVitäten wurden auf der vom 3. bis 4. Juni 1996 in Istanbul abgehaltenen Konferenz der Vereinten Nationen über Wohn- und Siedlungswesen (Habitat II) gemeinsam behandelt.
322. Auf dieser Dynamik aufbauend konnte Habitat II zu einer Konferenz der Partnerschaften, der Lösungen und des Engagements für eine bestandfähige Entwicklung des Wohn- und Siedlungswesens in einer von Verstädterung gekennzeichneten Welt werden. Delegationen aus 171 Ländern nahmen an der Konferenz teil. Insgesamt beteiligten sich etwa 16.400 Personen, darunter 8.000 Vertreter nichtstaatlicher Organisationen, an der eigentlichen Konferenz, dem Forum der nichtstaatlichen Organisationen oder anderen damit zusammenhängenden AktIVitäten, über die alle in den Medien in der ganzen Welt ausführlich berichtet wurde. Fast das gesamte System der Vereinten Nationen war vertreten, wobei die meisten Teilnehmerorganisationen zahlreiche Parallelveranstaltungen finanzierten.
323. Ein außergewöhnlicher Aspekt der Konferenz war ihre Aufgeschlossenheit für Organisationen und Institutionen der Zivilgesellschaft. Auf Anregung des Zentrums hatten die meisten Staaten auch örtliche Behörden, nichtstaatliche Organisationen und Vertreter des PrIVatsektors mit einbezogen. Im Rahmen eines Prozesses der Partner-Anhörungen gab die Konferenz Vertretern von Kommunal- und Ortsbehörden, dem PrIVatsektor, Parlamentariern, Gewerkschaften, wissenschaftlichen Organisationen und Stiftungen, nichtstaatlichen Organisationen und Basisorganisationen Gelegenheit, ihre Ansichten darzulegen. Insofern als an der Konferenz und an der parallel dazu veranstalteten Weltversammlung von Städten über 500 Bürgermeister teilnahmen, erlebte Habitat II den Beginn einer formellen Partnerschaft zwischen Bürgermeistern und Verbänden lokaler Behörden und den Vereinten Nationen, die für die Durchführung der Folgemaßnahmen äußerst wichtig sein wird.
324. Dank des integratIVen Charakters des Vorbereitungsprozesses und der Konferenz wurde auch ein weltweiter Aktionsplan verabschiedet, der weitgehend die Auffassungen und Empfehlungen aller Beteiligten widerspiegelt. Dieser Aktionsplan, die Habitat-Agenda, enthält detaillierte Aktionsprogramme, mit deren Hilfe in der von Verstädterung gezeichneten Welt des 21. Jahrhunderts wirtschaftliche und soziale Fortschritte und Umweltverträglichkeit herbeigeführt werden sollen.
325. Das Zentrum hat seine Arbeit im Berichtszeitraum in einer Vielzahl weiterer Bereiche fortgesetzt. In 83 Ländern wurden Maßnahmen der technischen Zusammenarbeit durchgeführt, insbesondere in den Bereichen städtische Verwaltungsführung, Umweltplanung und -bewirtschaftung, Wiederaufbau nach Katastrophen, Wohnungspolitik und Verminderung der städtischen Armut. Gegenwärtig werden die folgenden wichtigen interregionalen Programme durchgeführt: das Programm für Stadtplanung und Stadtverwaltung (in Zusammenarbeit mit dem UNDP und der Weltbank), das Programm für bestandfähige Städte (in Zusammenarbeit mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen) und das Programm für Wohnraum- und Verstädterungsindikatoren. Im Zweijahreszeitraum 1994-1995 beliefen sich die Gesamtausgaben des Zentrums auf 97, 9 Millionen Dollar (siehe Abb. 10).
Abb. 10:
Zentrum der Vereinten Nationen für Wohn- und Siedlungswesen (Habitat): Ausgaben 1990-1995
326. Wie in den vorangegangenen Jahren bildet Afrika nach wie vor einen wichtigen Schwerpunkt in der Kooperationstätigkeit des Zentrums. Auf der Grundlage partnerschaftlicher Finanzierungsvereinbarungen mit zahlreichen Regierungen hat das Zentrum seine interregionale angewandte Forschungstätigkeit in den Bereichen Gemeinwesenentwicklung, umweltgerechte Infrastruktur, Bedürfnisse von Frauen und Männern, Modernisierung von Siedlungen und Umsetzung der Agenda 21 auf örtlicher Ebene weiter ausgebaut. Außerdem hat es seine Programme für den Kapazitätsaufbau in der Kommunalverwaltung, insbesondere in den Umbruchländern sowie in Afrika und Lateinamerika, ausgeweitet.
327. Im Einklang mit seiner Aufgabe als Anlaufstelle im System der Vereinten Nationen für Forschung und Information zum Thema Wohn- und Siedlungswesen hat das Zentrum eine Reihe wichtiger InitiatIVen abgeschlossen, unter anderem die Veröffentlichung des zweiten Global Report on Human Settlements (Weltbericht über das Wohn- und Siedlungswesen), der sich hauptsächlich mit grundsatzpolitischen Fragen im Zusammenhang mit der Verstädterung befaßt, und die Fertigstellung eines umfassenden Compendium of Human Settlements Statistics (Kompendium über Statistiken auf dem Gebiet des Wohn- und Siedlungswesens) in Zusammenarbeit mit der Statistischen Abteilung des Sekretariats der Vereinten Nationen.
328. Das Zentrum fungierte als federführende Stelle bei der weltweiten Begehung des Weltwassertags im Jahre 1996 und war bei der Organisation der im Januar 1996 in Indien abgehaltenen Internationalen Konferenz über Grund und Boden und Pachtschutz behilflich. Eines der Ziele dieser Bemühungen ist die Schaffung eines interinstitutionellen Programms über Grund und Boden und Bodenbewirtschaftung.
329. Im Anschluß an eine bahnbrechende InitiatIVe der Kommission für Wohn- und Siedlungswesen übernahm das Zentrum der Vereinten Nationen für Wohn- und Siedlungswesen in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Menschenrechte und anderen Stellen der Vereinten Nationen die Federführung bei der Überprüfung der Menschenrechtsaspekte im Zusammenhang mit dem Wohnen und der Bereitstellung von Wohnraum, die sich aus den bestehenden internationalen Rechtsakten auf dem Gebiet der Menschenrechte ableiten, so auch aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Dies mündete in die von den Regierungen auf Habitat II eingegangene Verpflichtung zur vollständigen und fortschreitenden Verwirklichung des Rechts auf ein menschenwürdiges Wohnen.
330. Im Hinblick auf die Verbesserung der Effizienz bei der Erstellung und Durchführung von Landesprogrammen in der Zeit nach der Konferenz von Istanbul beschloß das Zentrum, mit Unterstützung der Gastregierungen dezentralisierte Büros in Asien und Lateinamerika einzurichten. Diese InitiatIVe ist Teil eines fortlaufenden Prozesses interner Reform- und Umstrukturierungsmaßnahmen zur Erhöhung der Effizienz und Kostenwirksamkeit.
331. Die fünf Regionalkommissionen spielen eine wichtige Rolle bei der Anhebung des wirtschaftlichen und sozialen EntwicklungsnIVeaus in ihrem jeweiligen Einsatzbereich und bei der Stärkung der Beziehungen zwischen den Ländern, den Organisationen der Vereinten Nationen und den anderen zwischenstaatlichen und nichtstaatlichen Organisationen. Im Laufe des letzten Jahres nahmen die Regionalkommissionen mit zunehmender Dezentralisierung der Tätigkeit der Vereinten Nationen noch größere Verantwortlichkeiten auf sich. Im Zuge des systemweiten Reformprozesses waren die Kommissionen auch weiterhin damit beschäftigt, ihre AktIVitäten zu prüfen, Prioritäten anzupassen, Programme umzustrukturieren und ihr Personal im Hinblick auf die Herbeiführung größerer Effizienz und Kostenwirksamkeit neu zu organisieren.
332. Das Auf und Ab der bescheidenen Verbesserungen in der Wirtschaftsleistung der afrikanischen Länder und die großangelegten Reformen in den Programmen, der Organisationsstruktur und den Managementpraktiken der Wirtschaftskommission für Afrika kennzeichneten die Ausrichtung der Tätigkeit der ECA unter der Leitung ihres ExekutIVsekretärs K. Y. Amoako.
333. Die Kommission führte zu einer Reihe von Fragen Untersuchungen durch, namentlich zu den folgenden Fragen: Armutsminderung durch die Verbesserung der Ernährungssicherheit; Finanzierung und Betrieb von Verkehrs- und Kommunikationseinrichtungen; Entwicklung der subregionalen Energieversorgung; Marketingstrategien zur besseren Nutzung von Bodenschätzen; Probleme und Aussichten der großräumigen Bewässerung in Afrika; Einbeziehung von Umweltgesichtspunkten in Strategien auf dem Gebiet der Agrarplanung und Agrarpolitik; Verbesserung der Leistungen des öffentlichen Sektors, insbesondere im fiskalpolitischen Bereich; und Erhöhung der öffentlichen Ausgaben zugunsten der Entwicklung ländlicher Gebiete.
334. Die Kommission unterstützte wieder regionale Programme zum Aufbau von Kapazitäten, namentlich im Rahmen der Zweiten Verkehrs- und Kommunikationsdekade in Afrika und der Zweiten Dekade für die industrielle Entwicklung Afrikas. In Zusammenarbeit mit der Organisation der afrikanischen Einheit (OAU) wurden bei der Umsetzung des Vertrages von Abuja zur Gründung der Afrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Fortschritte erzielt. Die diesbezüglichen Bemühungen waren hauptsächlich auf die Ausarbeitung verschiedener Protokolle zu dem Vertrag ausgerichtet.
335. Eine von der ECA organisierte internationale Konferenz über die Neubelebung von PrIVatinvestitionen in Afrika: Partnerschaften zugunsten von Wachstum und Entwicklung wurde im Juli 1996 in Accra abgehalten. Es nahmen daran etwa 650 Vertreter des öffentlichen und prIVaten Sektors in Afrika und Vertreter der Geschäftswelt von außerhalb der Region teil. Diese Konferenz war eine gemeinsame InitiatIVe der ECA, des UNDP, der Weltkoalition für Afrika, der Rundtischkonferenz der afrikanischen Geschäftswelt, der Weltbankgruppe und bilateraler Geber, wie der Regierung Japans und der Regierung der Republik Korea, der Schwedischen Behörde für internationale Entwicklungsarbeit, der Verwaltung für die Entwicklung überseeischer Gebiete (Vereinigtes Königreich) und des Internationalen Zentrums für Entwicklungsforschung (Kanada).
336. Ein herausragendes Ereignis im Rahmen dieser Konferenz war ein Rundtischgipfeltreffen von Staats- und Regierungschefs beziehungsweise führenden Politikern aus acht afrikanischen Ländern und sechs führenden Persönlichkeiten der Geschäftswelt von innerhalb und außerhalb Afrikas. Eine weitere wichtige InitiatIVe war die Schaffung des Afrikanischen Kapitalmärkteforums - eine Interessenvertretung, die Mitglieder von Börsen, Leasing-Firmen, Finanzinstitutionen sowie Maklerfirmen und Investmentfonds aus vielen Ländern zusammenbringt.
337. Im Rahmen der Anschlußmaßnahmen an die Serie von Weltkonferenzen hat die ECA die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen der Vereinten Nationen und regionalen zwischenstaatlichen Organisationen gefördert. In Weiterverfolgung des Aktionsprogramms, das auf der 1994 in Kairo abgehaltenen Internationalen Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung verabschiedet worden war, berief die ECA ein Sachverständigenseminar über die Erklärung von Dakar/Ngor ein und beteiligte sich an den von der ECA, der OAU und der Afrikanischen Entwicklungsbank (ADB) gemeinsam veranstalteten Missionen der Afrikanischen Bevölkerungskommission, deren Auftrag darin bestand, die Erfahrungen einiger Mitgliedstaaten bei der Durchführung der Erklärung von Dakar/Ngor und des Aktionsprogramms von Kairo zu bewerten. Außerdem berief die Wirtschaftskommission ein Seminar für Führungskräfte über die sozialen Auswirkungen von HIV/Aids auf Haushalte und Familien in Afrika ein, das im Oktober 1995 in Addis Abeba abgehalten wurde.
338. Im Hinblick auf die Vierte Weltfrauenkonferenz veranstaltete die ECA eine Tagung des Präsidiums der Fünften Regionalkonferenz über die Frau, auf der die afrikanische Plattform für die Konferenz ausgearbeitet wurde. Hauptziel dieser Tagung war die Erörterung eines Rahmenplans zur Beschleunigung der Durchführung der weltweiten sowie der regionalen Aktionsplattformen in Afrika. Dieser Rahmenplan wird an alle einzelstaatlichen Organisationen, zuständigen Ministerien, nichtstaatlichen Organisationen, Ausbildungs- und Forschungsinstitutionen als Handlungsanleitung beim Durchführungsprozeß verteilt werden. Außerdem war die Wirtschaftskommission Mitveranstalterin der ersten Weltweiten Handelsmesse und des Investitionsforums (Accra, Juni/Juli 1996), die Unternehmerinnen Möglichkeiten zur Herstellung von Kontakten, zur Aneignung von Fachkenntnissen, zum Informationsaustausch, zur Marktexpansion und zum Aufbau von Partnerschaften im Hinblick auf die Ausweitung des Handels und der Investitionen boten.
339. Der zwischenstaatliche Mechanismus für die Überwachung der Durchführung des Aktionsprogramms des Weltgipfels für soziale Entwicklung in Afrika ist die Konferenz der afrikanischen Minister für die menschliche Entwicklung in Zusammenarbeit mit derem für Anschlußmaßnahmen zuständigen Ministerausschuß der Fünfzehn. Auf der ersten Tagung des Ausschusses (Addis Abeba, November 1995) legten mehrere Mitgliedstaaten Berichte über den Stand der menschlichen Entwicklung in ihrem jeweiligen Land vor.
340. Kovorsitzende des Lenkungsausschusses der im März ins Leben gerufenen Systemweiten SonderinitiatIVe der Vereinten Nationen für Afrika sind der ExekutIVsekretär der ECA und der Administrator des UNDP. In dieser Eigenschaft wird die Wirtschaftskommission die Aussprache in mehreren Schwerpunktbereichen - darunter die Süd-Süd-Kooperation, die Festigung der Bürgergesellschaft, die Stärkung des informellen Sektors und die Nutzbarmachung der Informationstechnologie für die Entwicklung - leiten beziehungsweise gemeinsam mit dem Administrator leiten.
341. Im Berichtszeitraum nahm die ECA eine größere Überprüfung ihrer Programm- und Haushaltssysteme, ihres Personalmanagements, ihrer Bewertung von Fachkenntnissen und ihrer Kommunikationsstrategie vor. Die neue Programmausrichtung, die in einem Dokument mit dem Titel "Verbesserung der Afrika geleisteten Dienste: strategische Richtlinien für die Wirtschaftskommission für Afrika" dargestellt ist, konzentriert sich auf fünf Hauptthemen: die Erleichterung der Analyse der Wirtschafts- und Sozialpolitik, die Gewährleistung der Ernährungssicherheit und einer bestandfähigen Entwicklung, die Stärkung des Entwicklungsmanagements, die Nutzbarmachung von Informationen für die Entwicklung und die Förderung der regionalen Zusammenarbeit und Integration. Es gibt zwei durchgehende Themen, nämlich die Geschlechterfrage und die Frage des Aufbaus von Kapazitäten.
342. Ein besonderes Merkmal des Reformprozesses in der Wirtschaftskommission für Afrika waren die umfassenden Konsultationen, zunächst mit den Bediensteten der Kommission und danach mit 40 hochrangigen afrikanischen Sachverständigen aus dem staatlichen Bereich, dem PrIVatsektor, dem Hochschulbereich und der Bürgergesellschaft sowie dem Präsidium der Kommission. Die dritte Phase war Anfang April eine Tagung mit den wichtigsten Partnern der Kommission: Vertretern von VN-Organisationen, bilateralen Gebern aus den entwickelten Ländern und den Entwicklungsländern und einigen internationalen Stiftungen. Das neue Richtliniendokument wurde auf der einunddreißigsten Tagung der Kommission und der 22. Tagung der Konferenz der Minister für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (April/Mai 1996) gebilligt.
343. Außerdem verabschiedete die Kommission auf ihrer einunddreißigsten Tagung die Afrikanische InitiatIVe für eine Informationsgesellschaft als ein Rahmendokument für die Beschleunigung des Anschlusses Afrikas an das weltweite Informationssystem. Diese InitiatIVe war von einer hochrangigen Arbeitsgruppe für Informations- und Kommunikationstechnologien für Afrika ausgearbeitet worden, die 1995 auf Ersuchen der Ministerkonferenz eingesetzt worden war. Im Verlauf dieser Tagung wurden zwei Sonderveranstaltungen durchgeführt. Bei der ersten Veranstaltung handelte es sich um eine Podiumsdiskussion über die Rahmenagenda für den Aufbau und den Einsatz kritischer Kapazitäten in Afrika, mit der ein zweijähriger Konsultationszyklus abgeschlossen wurde; das Schlußdokument soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Bei der zweiten im Verlauf der Ministertagung abgehaltenen Veranstaltung handelte es sich um ein Forum auf hoher Ebene über Ausgaben der öffentlichen Hand und Armut, auf dem in Anbetracht der den Regierungen zur Verfügung stehenden begrenzten Mittel verschiedene Grundsätze sowie Maßnahmen geprüft wurden, wie Ausgaben der öffentlichen Hand gezielt zur Beseitigung und Vorbeugung von Armut eingesetzt werden könnten.
344. Einerseits wurden einige auftragsgemäße Tätigkeiten der Kommission abgeschlossen, zurückgestellt oder gekürzt, andererseits jedoch auch etliche Maßnahmen eingeleitet, um Einsparungen zu erzielen, wie beispielsweise Maßnahmen zur Rationalisierung der Verwendung der für Reisen vorgesehenen Mittel sowie zur Rationalisierung in bezug auf Tagungen und die Dokumentation.
345. Unter der Leitung ihres ExekutIVsekretärs Yves Berthelot fördert und erleichtert die Wirtschaftskommission für Europa nach wie vor ein besseres Verständnis und die Harmonisierung der Maßnahmen, Normen und Praktiken der Länder dieser Region und stärkt ihre Integration und Zusammenarbeit. Dies geschieht im Rahmen der grundsatzpolitischen Analyse und eines Dialogs über makroökonomische und sektorale Fragen; der laufenden Ausarbeitung von Übereinkünften, Regeln und Normen; und eines Programms zur Unterstützung der ehemaligen Planwirtschaften beim Übergangsprozeß.
346. Angesichts der neuen Gegebenheiten in der ECE-Region hat die Kommission auf einer Sondertagung im September 1995 eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe eingesetzt, mit dem Auftrag, strategische Richtlinien für die künftige Tätigkeit der Kommission festzulegen. Die Arbeitsgruppe wurde gemäß dem von der Kommission im April 1995 gefaßten Beschluß eingerichtet, auf ihrer Jubiläumstagung im April 1997 eine Erklärung über die Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Europa zu verabschieden. Um sich die Daten zu beschaffen, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgabe benötigt, sandte die ECE einen Fragebogen an alle Mitgliedsregierungen. Die Arbeitsgruppe analysiert zur Zeit die Antworten, und es finden Verhandlungen zwischen den Mitgliedern statt. Als Ergebnis dieser Reformbemühungen werden Änderungen im Arbeitsprogramm und in der Organisation des Sekretariats vorgenommen werden.
347. Die ECE hat ihre Beziehungen mit den zuständigen Organisationen in der Region verstärkt, wie beispielsweise der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, der OECD, der Europäischen Union, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), dem Europarat und subregionalen Organisationen wie dem Rat für wirtschaftliche Zusammenarbeit des Schwarzen Meeres, der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, der Mitteleuropäischen InitiatIVe und dem Rat der baltischen Staaten. Die Beziehungen mit dem PrIVatsektor wurden ebenfalls ausgebaut, da prIVate Unternehmen ein wachsendes Interesse an dem Forum der Wirtschaftskommission bekunden. So nahmen beispielsweise auf der Jahrestagung der Kommission im April 1996 eine Reihe von Führungskräften wichtiger Unternehmen an einer Rundtischdiskussion mit hochrangigen Regierungsbeamten teil, um die Zusammenarbeit über eine bestandfähige industrielle Entwicklung zu erörtern. Die engeren Beziehungen zum PrIVatsektor sind auch daran zu erkennen, daß die Geschäftswelt höhere finanzielle Beiträge an den ECE-Treuhandfonds für technische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Industrie: Strukturwandel und Entwicklung entrichtet hat.
348. Die von der ECE durchgeführten Wirtschaftsanalysen werden in einer Reihe von jährlich und gelegentlich erscheinenden Publikationen veröffentlicht. Das Economic Bulletin for Europe, Vol. 47 (1995) (Wirtschaftsbulletin für Europa) und der Economic Survey of Europe in 1995-1996 (Wirtschaftsüberblick Europa 1995-1996) beinhalten wieder eine eingehende jährliche Untersuchung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen in Europe, Nordamerika und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Die besondere Aufmerksamkeit dieser beiden Veröffentlichungen gilt den Entwicklungen in den Umbruchländern in Osteuropa und in der ehemaligen Sowjetunion sowie deren Fortschritten beim Aufbau einer Marktwirtschaft.
349. Außerdem wurde der Survey von den Beratern der ECE-Regierungen in Wirtschaftsfragen als Hintergrunddokument bei ihrem jährlichen Informationsaustausch über die Entwicklung der Volkswirtschaften und über Politiken und Programme herangezogen. Auf dem Gebiet der bestandfähigen Entwicklung wurde die Bewertung der Situation in den Umbruchländern in Zusammenarbeit mit dem Ausschuß für Umweltpolitik fortgesetzt und von den Regierungen Finnlands, Norwegens, Rumäniens, der Tschechischen Republik und Ungarns in Zusammenarbeit mit der OECD und der FAO eine Fachtagung über Wirtschaftsinstrumente im Dienste der Umweltpolitik: Maßnahmen des PrIVatsektors veranstaltet.
350. Die zwischen 1992 und 1995 mit finanzieller Unterstützung des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen durchgeführten Bevölkerungsprojekte in den Bereichen internationale Wanderung, Fruchtbarkeit und reproduktIVe Gesundheit und Altern der Bevölkerung wurden abgeschlossen und von einer unabhängigen Evaluierungsgruppe bewertet. Außerdem arbeiteten die ECE und der Bevölkerungsfonds gemeinsam an der Erstellung eines Bevölkerungsprogramms für den Zeitraum 1996-1999, das sich insbesondere mit den Anschlußmaßnahmen an die Internationale Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung und die Europäische Bevölkerungskonferenz in den Umbruchländern befaßt. Ferner veröffentlichte die ECE Heft 6 und 7 des halbjährlich erscheinenden International Migration Bulletin (Internationales Bulletin für Wanderung), das aktuelle Informationen über Wanderungsströme, Rechtsvorschriften und Tagungen in der Region enthält.
351. Im Berichtszeitraum konsolidierte die Wirtschaftskommission weiter ihre Tätigkeit im Rahmen der Konferenz europäischer Statistiker mit der Veröffentlichung ihres allerersten statistischen Jahrbuchs, das einzigartige statistische Profile der 55 Mitgliedstaaten sowie Vergleichsdaten über das wirtschaftliche und soziale Leben in der Region enthält. Zusätzlich wurde mit Unterstützung des EUROSTAT, des Internationalen Forschungs- und Ausbildungsinstituts zur Förderung der Frau und Statistics Sweden ein Band mit geschlechtsspezifischen Statistiken herausgegeben. Außerdem sorgt die Kommission auch für den Austausch von Kerndaten der Volkswirtschaften aller Umbruchländer, die der technischen Hilfe von seiten der ECE im Bereich der Statistik hohen Vorrang einräumen.
352. Im Rahmen des ECE-Handelserleichterungsprogramms wurden die Normen der Regeln der Vereinten Nationen für den Austausch elektronischer Daten für Verwaltung, Handel und Transport (EDIFACT) weiterentwickelt und zwei neue EDIFACT-Verzeichnisse veröffentlicht. Außerdem wurden sechs ECE-Handelserleichterungsempfehlungen überarbeitet, darunter auch eine stark erweiterte Empfehlung über Maßeinheiten, was einen wichtigen Fortschritt bei der Aktualisierung der bestehenden Empfehlungen darstellt. Auf dem World Wide Web wurde eine umfassende Internet-Adresse eingerichtet, die den Zugang zu allen VN/ECE-Handelserleichterungsempfehlungen ermöglicht und ausführliche Informationen über die EDIFACT enthält.
353. Eine vom Sekretariat durchgeführte Untersuchung über die Finanzierung des Handels und der Investitionen in den Umbruchländern wurde während der Tagung des Ausschusses für Handelsentwicklung sowie von einem internationalen Forum herangezogen, an dem über 300 Vertreter von Regierungen sowie des öffentlichen und prIVaten Sektors teilnahmen. Rechtliche, statistische und sonstige sachdienliche Informationen für Investoren und Wirtschaftstreibende wurden wie bisher im Rahmen der vierteljährlichen Veröffentlichung East-West Investment News verbreitet.
354. Zur besseren Verbreitung und leichteren Anwendung landwirtschaftlicher Normen wurde eine Adresse auf dem World Wide Web eingerichtet, die derzeit aktualisiert und vervollständigt wird. Im Laufe des Jahres wurden mehrere neue Dokumente und Studien herausgebracht, und es wurde auch weiterhin eng mit den zuständigen Organisationen zusammengearbeitet, namentlich mit der OECD, der FAO, dem Codex Alimentarius, der Europäischen Union und der Internationalen Organisation für Normung.
355. Das Sekretariat des ECE-Holzausschusses stellte eine Studie über das in den nächsten 30 Jahren zu erwartende Angebot an Holz- und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen und die Nachfrage danach fertig, die den Titel "Tendenzen und Aussichten in der europäischen Holzindustrie auf dem Weg ins 21. Jahrhundert" trägt, und begann mit den Arbeiten an der nächsten Bewertung 2000 der forstwirtschaftlichen Ressourcen, einem weltweiten Unterfangen, bei dem der Ausschuß für die gemäßigten und die kaltgemäßigten Wälder verantwortlich ist.
356. Im Bereich Industrie und Technologie wurde eine Überprüfung der wichtigsten Änderungen in der Gesamtpolitik der ECE-Mitgliedstaaten auf dem Gebiet von Wissenschaft und Technologie vorgenommen; es wurde eine Reihe von Veröffentlichungen herausgegeben, darunter der Jahresüberblick über die chemische Industrie und der Jahresüberblick über den Stahlmarkt, World Engineering Industries and Automation: Performance and Prospects (Maschinenbau und Automation weltweit: Leistungen und Aussichten), World Industrial Robots (Industrieroboter weltweit), eine aktualisierte Fassung des Directory of Chemical Producers and Products (Verzeichnis der Chemiehersteller und chemischen Erzeugnissse), der Zweijahresüberblick über Eisen- und Stahlschrott, die Studie über die PrIVatisierung und die sich wandelnden Eigentumsverhältnisse in der Stahlindustrie und das Directory of the Steel Industry and the Environment (Verzeichnis der Stahlindustrie und der Umwelt).
357. Die Arbeit über Kohle wurde von Fragen im Zusammenhang mit der Umstrukturierung der Kohleindustrie, der sauberen Verwendung von Kohle und der Entwicklung von internationalen Richtlinien sowie Klassifikationen und Normen für die umweltverträgliche Gewinnung und Verwendung von festen Brennstoffen beherrscht. Die AktIVitäten im Bereich der Elektrizität konzentrierten sich auf den Reformprozeß in den Volkswirtschaften Mittel- und Osteuropas, den Umweltschutz und den Zusammenschluß von internationalen Stromnetzen. Es wurde ein Symposium über Stromerzeugung aus Steinkohle, die Umwelt und die öffentliche Akzeptanz abgehalten. Ferner wurde die Studie über die Aussichten für die Erzeugung von Erdgas und elektrischem Strom und deren Einfluß auf die Entwicklung der Gas- und Stromindustrie erstellt. Im Erdgas-Bereich wurde ein Glossar über einzelstaatliche Gasressourcen fertiggestellt und eine Studie über Gassparmaßnahmen: der Gasverbrauch in Haushalten und Gasgeräte erstellt. Das Gaszentrum, ein technisches Kooperationsprogramm, beendete das erste Jahr seiner Tätigkeit, in dessen Verlauf vier Ausbildungsseminare veranstaltet und vier Verkaufsveröffentlichungen herausgegeben wurden und mit der Ausarbeitung von Handbüchern und der Erstellung einer Datenbank über Erdgas begonnen wurde.
358. Unter der Schirmherrschaft des Energieeffizienz-2000-Projekts wurden Messeinformationstagungen für Unternehmer in Bulgarien, der Schweiz, Slowenien und der Tschechischen Republik veranstaltet. Mit Unterstützung der Globalen Umweltfazilität wurde ein vorbereitendes Hilfeprojekt durchgeführt, in dessen Rahmen Energieeffizienz-Demonstrationszonen in Bulgarien, der Russischen Föderation, der Tschechischen Republik und Ungarn erarbeitet werden sollen. Gemeinsam mit dem SAVE-Programm der Europäischen Union wurde ein Projekt über Energieeffizienznormen in die Wege geleitet. In Zusammenarbeit mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, der Weltbank, russischen Geschäftsbanken und westlichen Ländern wurde mit neuen Arbeiten über Finanzmechanismen für Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen in der Russischen Föderation begonnen. Ferner wurden eine Analyse der Energiesituation und Energiepolitik in der ECE-Region unter besonderer Berücksichtigung der Umbruchländer und eine Analyse der Politik und Prognosen im Bereich Energie und Kohlendioxidemissionen zusammengestellt. In Bet Berl (Israel) fand eine Fachtagung über die Verwendung von Sonnenenergie statt.
359. Einer der wichtigsten Höhepunkte im Berichtszeitraum war die im Oktober 1995 in Sofia abgehaltene dritte Ministerkonferenz über Umwelt für Europa, für die der ECE die Gesamtkoordination übertragen worden war. Die Minister bekräftigten auf dieser Konferenz die wichtige Rolle der ECE bei diesem Prozeß und betrauten sie mit der Koordination der nächsten Ministerkonferenz über Umwelt für Europa, die 1998 in Dänemark stattfindet. In der Zwischenzeit wird unter der Schirmherrschaft der ECE ein Konventionsentwurf über den Zugang zu Umweltinformationen und die Teilhabe der Öffentlichkeit an Umweltentscheidungen ausgehandelt werden.
360. Mit Unterstützung von seiten der Ministerkonferenz von Sofia auf grundsatzpolitischer Ebene arbeitet die ECE zur Zeit an einem Programm, in dessen Rahmen die einzelstaatlichen Umweltergebnisse überprüft und die Zustände und Praktiken auf dem Gebiet der Umwelt im Verhältnis zur innerstaatlichen Politik und zu den innerstaatlichen Zielsetzungen sowie zu den einschlägigen internationalen Verpflichtungen untersucht werden sollen. Auf der Konferenz von Sofia wurde auch zu einer verstärkten Umsetzung und besseren Einhaltung der von der ECE verwalteten grenzüberschreitenden Umweltübereinkünfte aufgerufen, insbesondere in den Bereichen Luftverschmutzung, Wasserbewirtschaftung, Umweltverträglichkeitsprüfung und Industrieunfälle. Im Rahmen des von der ECE verwalteten Übereinkommens über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung wird derzeit über drei neue Protokolle über beständige organische Schadstoffe, Schwermetalle und Stickstoffverbindungen verhandelt. Das Luftverunreinigungs-Übereinkommen wurde auf Tagungen der Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik, des Umweltprogramms und der Weltgesundheitsorganisation vorgestellt.
361. Was den Binnenverkehr betrifft, trug die ECE insofern zur europäischen Integration bei, als einheitliche Regeln und Normen für den Verkehr ausgearbeitet wurden, der Grenzverkehr erleichtert wurde und kohärente Infrastrukturnetze geschaffen wurden. Die im Rahmen der einschlägigen ECE-Übereinkünfte geschaffenen europäischen Infrastrukturnetze für den Straßen-, den Bahn- und den kombinierten Verkehr wurden auf ECE-Mitgliedstaaten in Zentralasien und im Kaukasus ausgedehnt. Es wurde ein Europäisches Übereinkommen über die wichtigsten Binnenwasserstraßen von internationaler Bedeutung verabschiedet, das die bereits vorhandenen internationalen Rechtsinstrumente zum Aufbau von internationalen Infrastrukturnetzen in Europa ergänzt. Die Kommission erzielte wieder maßgebliche Fortschritte bei der Ausarbeitung, der Aktualisierung und der Überarbeitung der technischen Anforderungen für die internationale Beförderung gefährlicher Güter im Straßen- und Binnenschiffsverkehr und bei ihrer Harmonisierung mit den Vorschriften für die Beförderung solcher Güter im Eisenbahnverkehr sowie auf dem See- und Luftweg und begann mit den Arbeiten an einem Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter im Binnenschiffsverkehr.
362. Fortschritte wurden außerdem bei der internationalen Harmonisierung der Anforderungen für den Bau von Fahrzeugen erzielt, die die verschiedensten Faktoren im Zusammenhang mit der aktIVen und passIVen Sicherheit, dem Umweltschutz, dem Energieverbrauch und der Beseitigung von technischen Handelsbarrieren umfassen. Das Übereinkommen, in dessen Rahmen diese Arbeiten durchgeführt wurden, wurde aktualisiert, um die Verfahren zu rationalisieren und ihre Wirksamkeit zu erhöhen; Bemühungen um eine weltweite Anwendung sind im Gang, und ein Vorschlag für ein weltweites Übereinkommen wird derzeit geprüft. Besondere Aufmerksamkeit widmete die Kommission der Straßenverkehrssicherheit, wobei sie sich in erster Linie damit beschäftigte, wie die Straßenverkehrsbestimmungen und Straßenverkehrszeichen durch eine Aktualisierung der Rechtsinstrumente und die Abgabe von Empfehlungen international harmonisiert werden könnten. Zur Verkehrserleichterung wird weiter an einer maßgeblichen Revision des TIR-Übereinkommens (1975) gearbeitet, um einerseits mit dem Anwachsen von Betrug und organisierter Kriminalität fertigzuwerden und gleichzeitig sicherzustellen, daß der internationale Straßenverkehr und der internationale Handel in Europa nicht durch umständliche und kostenaufwendige Grenzformalitäten behindert wird.
363. Für die im November 1997 in Wien anberaumte regionale Verkehrs- und Umweltkonferenz wurden in enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, der Europäischen Verkehrsministerkonferenz und anderen internationalen Organisationen Vorbereitungsarbeiten durchgeführt.
364. Die sechsundzwanzigste Tagung der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik wurde vom 15. bis 20. April 1996 in San José abgehalten. Das Kommissionssekretariat unter Leitung von ExekutIVsekretär Gert Rosenthal legte den Regierungen der Region zwei Berichte über die Stärkung der Entwicklung: das Zusammenspiel von Makro- und Mikroökonomik und über die wirtschaftlichen Erfahrungen der letzten 15 Jahre: Lateinamerika und die Karibik (1980-1995) vor. Aus diesen Berichten geht hervor, daß die meisten Länder Lateinamerikas und der Karibik nach einer Dekade der Anpassungen und grundlegenden Strukturreformen höhere Wachstumsraten erzielt, den inflationären Druck verringert und ihr makroökonomisches Umfeld stabilisiert haben.
365. Die Reform der ECLAC ist in drei Bereichen zu erkennen: erstens, was den Inhalt und den Umfang des Arbeitsprogramms betrifft, die sich geändert haben; zweitens, was die Art und Weise betrifft, in der die ECLAC und ihre Mitgliedsregierungen zunehmend interagieren; und drittens, was die Änderungen betrifft, die im Hinblick auf Organisation, Führungsstile, ja selbst Einstellungen oder Arbeitsmoral vorgenommen werden, um größere Effizienz und EffektIVität zu erzielen.
366. In dem Maße, in dem sich die Gegebenheiten in der Region und ihr externes Umfeld gewandelt haben, hat die Kommission ihren Auftrag dahin gehend aktualisiert, daß auch wichtige neue Probleme behandelt werden, wie etwa die Frage der Verschuldung und Anpassungen in den achtziger Jahren und die Frage einer bestandfähigen Entwicklung und die Globalisierung in den neunziger Jahren.
367. Was die Beziehungen zwischen der ECLAC und ihren Mitgliedsregierungen anbelangt, wurde alles getan, um laufend mit Technikern und Behörden auf der einzelstaatlichen Ebene zusammenzuarbeiten, von ihnen Beiträge zu erhalten und die institutionellen Ansichten der Kommission an sie weiterzuleiten. Diese Interaktion findet zwischen einer ganzen Reihe einzelstaatlicher Akteure (Finanz-, Wirtschafts-, Handels-, Umwelt- und Planungsministerien) und dem Hochschulbereich statt. Darüber hinaus kommt den in einzelne Länder entsandten Missionen und der Präsenz von subregionalen Büros in einigen der größeren Länder, den für Regierungssachverständige abgehaltenen Seminaren und Tagungen und den Besuchen von leitenden Beamten am Amtssitz der ECLAC eine wichtige Rolle zu.
368. Die ECLAC hat im Laufe der letzten fünf Jahre große Anstrengungen unternommen, um ein effizienteres und wirksameres Sekretariat aufzubauen. Diese Bemühungen werden in ihrem neuen Effizienzprogramm beibehalten und institutionalisiert werden. Ferner ist die Kommission auf ihrer letzten ordentlichen Tagung übereingekommen, eine allen ECLAC-Mitgliedstaaten offenstehende Ad-hoc-Arbeitsgruppe einzusetzen, deren Aufgabe darin besteht, die Prioritäten im Rahmen des gebilligten Arbeitsprogramms festzulegen und strategische Richtlinien für künftige Tätigkeiten zu empfehlen. Diese Arbeitsgruppe trat im Juli 1996 in Santiago zusammen.
369. Die Kommission hat somit große Anstrengungen unternommen, um sich den sich wandelnden Gegebenheiten anzupassen. Auf sachbezogener Ebene hat sie ihre analytische Arbeit aktualisiert, um den vorrangigen Fragen Rechnung zu tragen, die sich aufgrund der Entwicklungsanstrengungen in Lateinamerika und der Karibik und aufgrund der interregionalen und internationalen Zusammenarbeit ergeben. Auf organisatorischer Ebene ist sie darum bemüht, die ihr zur Verfügung gestellten Ressourcen optimal einzusetzen und ihr Arbeitsprogramm im Einklang mit den hohen Anforderungen in bezug auf Effizienz und EffektIVität durchzuführen. Diese Maßnahmen zur Aktualisierung ihrer Tätigkeiten und Methoden wurden in Absprache mit den Regierungen der Mitgliedstaaten durchgeführt, insbesondere im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Kommissionstagungen.
370. Im vergangenen Jahr war die ECLAC wieder ein Ort der Begegnung für Regierungsvertreter, wobei auch Angehörige des Hochschulbereichs und Vertreter nichtstaatlicher Organisationen mit hinzugezogen wurden. Neben ihren üblichen Seminaren und Sachverständigentagungen organisierte das Sekretariat folgende Veranstaltungen: die 11. ordentliche Tagung des Zentralamerikanischen Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit (Antigua (Guatemala), September 1995), die Lateinamerikanisch-karibische Regionaltagung zur Vorbereitung von Habitat II (Santiago, November 1995) und die 22. Tagung der Vorsitzenden der Regionalkonferenz über die Einbeziehung der Frau in die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Lateinamerikas und der Karibik (Santiago, Mai 1996).
371. Die Kommission versorgt die Regierungen der Mitgliedstaaten weiterhin mit Informationen zu Fragen wie der Reform des öffentlichen Sektors (unter besonderer Berücksichtigung der Reform des Planungs- und Haushaltssystems und der Erfahrungen der Länder der Region mit der Dezentralisierung); der Reform der Finanzmärkte (mit besonderem Schwerpunkt auf der Teilhabe der Region an den internationalen Finanzmärkten, der kurzfristigen Währungs- und Finanzplanung und dem Finanzsystem sowie sozialer Gerechtigkeit bei sich wandelnden Produktionsstrukturen); dem Wesen der Innovation und ihrer Anwendung auf den produktIVen Sektor (mit dem Schwerpunkt auf der Stärkung der technologischen Kapazität der Region und der Förderung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit); dem Handelsliberalisierungsprozeß in der Region (unter besonderer Berücksichtigung seines Einflusses auf die wichtigsten makroökonomischen Variablen sowie der Gesamtbewertung der in den Ländern der Region durchgeführten Exportfördermaßnahmen); Strategien zur Armutsminderung (Tätigkeiten im Anschluß an den Weltgipfel für soziale Entwicklung); und Tätigkeiten in Weiterverfolgung der Agenda 21 (insbesondere die bestandfähige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und verschiedene Tätigkeitsbereiche sowie die Anlage von Statistiken und Umweltkonten).
372. Außerdem gewährte das ECLAC-Sekretariat den Mitgliedstaaten gemeinsam mit der Organisation der amerikanischen Staaten und der Interamerikanischen Entwicklungsbank technische Hilfe bei der Durchführung der Beschlüsse, die von den 34 Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfeltreffen der amerikanischen Staaten (Miami, Dezember 1994) verabschiedet worden waren. Der ExekutIVsekretär nahm an dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Rio-Gruppe (Quito, September 1995) und an der fünften Iberoamerikanischen Konferenz der Staats- und Regierungschefs (Bariloche (Argentinien), Oktober 1995) teil.
373. Die ECLAC nahm auch weiterhin ihre traditionelle Rolle im Hinblick auf die Überwachung der Wirtschafts- und Sozialleistungen der Region wahr. Unter den jährlichen Veröffentlichungen, die dieser Aufgabe gerecht werden, sind zu nennen: der Preliminary Overview of the Economy of Latin America and the Caribbean (Vorläufiger Überblick über die Wirtschaft Lateinamerikas und der Karibik), der Economic Survey of Latin America and the Caribbean (Wirtschaftsüberblick Lateinamerika und Karibik), das Statistical Yearbook for Latin America and the Caribbean (Statistisches Jahrbuch Lateinamerika und Karibik) und das Social Panorama of Latin America (Soziales Panorama Lateinamerikas).
374. Vor dem Hintergrund tiefgreifender Strukturveränderungen in den Bereichen Produktion, Handel und Technologie sowie im sozialen und physischen Umfeld in der asiatisch-pazifischen Region hat die von Adrianus Mooy geleitete Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik die Situation in bezug auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region weiter überwacht, überprüft und analysiert und diesbezügliche Informationen an Entscheidungsträger und andere Stellen weitergeleitet. Auf ihrer vom 17. bis 24. April 1996 in Bangkok abgehaltenen zweiundfünfzigsten Tagung beschloß die ESCAP, in verschiedenen Bereichen der makroökonomischen Reform und des makroökonomischen Managements und im Zusammenhang mit deren Auswirkungen auf die Binnen- und Außenwirtschaft der Länder der Region verstärkt analytische und technische Hilfe zu gewähren.
375. Was den Bereich der makroökonomischen Reform und Politikverwaltung betrifft, lag das Hauptgewicht auf den Umbruchländern und den am wenigsten entwickelten Binnen- und Inselstaaten unter den Entwicklungsländern. Technische Hilfe und Beratungsdienste wurden in folgender Form gewährt: einzelstaatliche Seminare über makroökonomische Reformen in den im Umbruch befindlichen Volkswirtschaften der zentralasiatischen Republiken; Beschaffung von Finanzmitteln aus dem PrIVatsektor für den Infrastrukturausbau in Indochina; Gewährung von Hilfe an Länder wie Usbekistan und Vietnam bei der Aufstellung von makroökonomischen Simulationsmodellen; Effizienzsteigerung bei der Nutzung der Auslandshilfe in den am wenigsten entwickelten Ländern und bei der Verbesserung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Handels und der Investitionen zwischen den pazifischen Inselländern und den Volkswirtschaften Ost- und Südostasiens in den neunziger Jahren.
376. Die technische Hilfe auf dem Gebiet des internationalen Handels und der internationalen Investitionen richtete sich in erster Linie auf Fragen im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Übereinkünfte der Uruguay-Runde auf die Entwicklungsländer; der Einbindung der Volkswirtschaften der Länder in der Region, die nicht der Welthandelsorganisation (WTO) angehören, in das internationale Handelssystem; dem intraregionalen Handel und intraregionalen Investitionen; Handelserleichterungen und Handelseffizienz; der Förderung eines Verbunds von Forschungsinstitutionen auf dem Gebiet des Handels und AktIVitäten zur Förderung des Handels. Außerdem galt die Aufmerksamkeit dem Aufbau von Informationssystemen in der Region, insbesondere eines rechnergestützten Regionalen Handelsinformationsverbunds (TISNET); dem Mikrocomputergestützten Informations-und Analysesystem für Rohstoffe (MICAS); dem Regionalen Dienst für Investitionsinformationen und Investitionsförderung (RIIPS); und der Einrichtung einer Zweigstelle der Informationsbörse für Handelserleichterungen (TraFIX) in Bangkok. Die Kommission beschloß ferner, in Zusammenarbeit mit der UNCTAD und dem UNDP sowie unter Mitwirkung der WTO im September 1996 in Jakarta eine Tagung hoher Beamter der Region auf dem Gebiet der Handelspolitik zu veranstalten, um ihnen bei ihren Vorbereitungen für die im Dezember 1996 in Singapur stattfindende erste WTO-Ministertagung behilflich zu sein.
377. Die ESCAP setzte das AktIVitätenprogramm fort, das sich aus dem Aktionsplan von Seoul zur Förderung der industriellen Umstrukturierung in Asien und im Pazifik ableitet. Bei der Durchführung des Aktionsprogramms für die regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit beim investitionsbezogenen Technologietransfer wurden Fortschritte erzielt. Außerdem billigte die Kommission die Abhaltung einer Tagung der Industrie- und Technologieminister im Jahr 1997. Im Juli 1996 fand die erste Tagung des von dem Interinstitutionellen Regionalausschuß eingesetzten Unterausschusses für Industrie und Technologie statt.
378. Auf ihrer zweiundfünfzigsten Tagung lag der Kommission eine Studie über Armutsminderung in ländlichen Gebieten und bestandfähige Entwicklung in Asien und im Pazifik, das Leitthema dieser Tagung, vor. Bei den Untersuchungen der Zusammenhänge zwischen städtischer Armut und verschiedenen Aspekten des informellen Sektors, in dem die meisten in den Städten lebenden Armen eine Beschäftigung finden, ging es darum, grundsatzpolitische Empfehlungen darüber auszuarbeiten, wie der Beitrag dieses Sektors zur Armutsminderung erhöht werden könnte. Ausgehend von dem Konzept der Schwesternbezirke wurden AktIVitäten zur engeren Koordinierung auf Bezirksebene und zur besseren Politikgestaltung für die dem Südasiatischen Verband für regionale Zusammenarbeit angehörenden Länder eingeleitet. Die Tätigkeiten im Rahmen des vom UNDP finanzierten regionalen Verkehrs- und Kommunikationsprogramms wurden neu ausgerichtet und umfassen jetzt auch Pilotprojekte in ländlichen und städtischen Gebieten. Darüber hinaus analysierten die Mitgliedstaaten die Ergebnisse einer Studie der Erfahrungen ausgewählter Länder der Region bei der erfolgreichen Einführung von Wissenschaft und Technologie in ländliche Gebiete und bei der Industrialisierung ländlicher Gebiete zur Schaffung sinnvoller Beschäftigungsmöglichkeiten, zur Erwirtschaftung von Einkommen und zur Förderung der Lebensqualität.
379. In Weiterverfolgung ihrer Resolution 51/7 über die Erklärung und den Aktionsplan von Jakarta zur Förderung der Frau in Asien und im Pazifik führte die Kommission verschiedene AktIVitäten durch. So wurde im Rahmen des Interinstitutionellen Regionalausschusses ein Unterausschuß für die Förderung der Frau eingerichtet, dessen Aufgabe darin besteht, gemeinsam AktIVitäten der Sonderorgane und Sonderorganisationen der Vereinten Nationen zu fördern. Auf subregionaler Ebene wurden Seminare über Informationsverbundsysteme für Frauen in den zentralasiatischen Staaten sowie über die Förderung der Teilhabe der Frau am Wirtschaftsleben in Indochina abgehalten.
380. Zur Vorbereitung der regionalen Beiträge für Habitat II berief die ESCAP das Zweite Asiatisch-pazifische Städteforum ein, das sich schwerpunktmäßig mit dem Aufbau neuer und wirksamer Partnerschaften zwischen der Regierung, der Zivilgesellschaft, den Medien und dem PrIVatsektor befaßte. Die Beratungsergebnisse des Forums wurden auf der Habitat-IIKonferenz vorgelegt. Die Kommission bekundete außerdem ihre Besorgnis über die immer stärkere Luftverschmutzung in den städtischen Zentren der Region sowie darüber, daß sich bis zum Jahr 2010 10 asiatische Städte unter den 20 größten Städten der Welt befinden werden. Sie forderte die Durchführung von Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, daß integrierte Politiken im Hinblick auf die Qualität der Städte, Energie, Industrie und Verkehr ausgearbeitet werden.
381. Die Kommission leitete verschiedene AktIVitäten zur Umsetzung der Aktionsagenda für soziale Entwicklung in der ESCAP-Region ein. Es wurden die ersten Vorbereitungsmaßnahmen für die Einberufung der fünften Asiatisch-pazifischen Ministerkonferenz über soziale Entwicklung ergriffen, die 1997 in den Philippinen stattfinden und die Fortschritte bei der Umsetzung der Aktionsagenda und des auf dem Weltgipfel für soziale Entwicklung verabschiedeten Aktionsprogramms prüfen und bewerten soll.
382. Die Kommission ergriff eine Reihe von Anschlußmaßnahmen an ihre Resolution 48/3 über die Asiatisch-pazifische Behindertendekade (1993-2002). Wie auch bisher unterstützte sie weiterhin die Anstrengungen, die die einzelnen Staaten unternehmen, um die Zielwerte und Empfehlungen der Aktionsagenda der Dekade zu verwirklichen, die im Juni 1995 auf der Tagung zur Überprüfung der Fortschritte in bezug auf die Dekade verabschiedet und auf der zweiten Tagung des Ausschusses für Armutsminderung durch wirtschaftliches Wachstum und soziale Entwicklung im September 1995 gebilligt worden waren. Die dreizehnte Tagung des Unterausschusses für Behindertenfragen des Interinstitutionellen Regionalausschusses fand im Mai 1996 statt.
383. Zur Umsetzung der Erklärung von Bali über Bevölkerung und eine bestandfähige Entwicklung und des Aktionsprogramms der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung, wurde im November 1995 die erste Tagung des Interinstitutionellen Unterausschusses für Bevölkerung und Entwicklung in Asien und im Pazifik veranstaltet. Die Tätigkeit des Asiatisch-pazifischen Informationsnetzes für Bevölkerungsfragen (Asiatisch-pazifisches POPIN) galt in erster Linie der Verbesserung der Fachkenntnisse der Mitglieder auf dem Gebiet des Aufbaus von Datenbanken, der Verbesserung der Datenverwaltung und der Verbundsysteme für Bevölkerungsinformationen sowie der Informationsverbreitung.
384. Eine wichtige Tätigkeit im Rahmen des Unterprogramms über Umwelt und eine bestandfähige Entwicklung war die Veranstaltung der Ministerkonferenz über Umwelt und Entwicklung in Asien und im Pazifik im November 1995. Auf ihrer zweiundfünfzigsten Tagung machte sich die Kommission die Empfehlungen der Konferenz, die Ministererklärung und das Regionale Aktionsprogramm für eine umweltschonende und bestandfähige Entwicklung (1996-2000) zu eigen und rief zu deren baldiger Umsetzung auf. Die Umweltbewertung für Asien und den Pazifik war eine der wichtigsten Arbeiten, die der Konferenz zur Kenntnis gebracht wurden.
385. Es wurden Studien über die Prüfung von Industrien im Hinblick auf die Abfallminimierung, die Bewertung der natürlichen Ressourcen, den Klimawandel und die Bekämpfung der Wüstenbildung in ausgewählten Ländern durchgeführt. In Bangkok wurde ein Ausbildungsseminar über den Kapazitätsaufbau bei der Umweltbewirtschaftung von Küstengebieten veranstaltet, auf dem auch Küstenumweltmodelle vorgestellt wurden. Gemeinsam mit der Asiatischen Entwicklungsbank wurde ein Regionalseminar über die Aufzeigung und Bewertung der kostengünstigsten Möglichkeiten zur Milderung der Folgen von Treibhausgasen abgehalten. Zur Förderung des Umweltbewußtseins in der Region wurde auch weiterhin eng mit dem Asiatisch-pazifischen Forum der Umweltjournalisten sowie mit nichtstaatlichen Organisationen, dem PrIVatsektor und anderen regionalen Organen und Organisationen der Vereinten Nationen zusammengearbeitet.
386. Zur Zeit arbeitet die ESCAP an einer regionalen Studie über die Auswirkungen von Umweltmaßnahmen auf die relatIVe Wettbewerbsfähigkeit von ausgewählten, für Umweltschäden anfälligen, exportorientierten Sektoren, in denen Klein- und Mittelbetriebe einen beträchtlichen Teil der Produktion erbringen. Diese Studie wird gemeinsam mit der UNCTAD durchgeführt und soll in der zweiten Hälfte des Jahres 1996 auf einer Sachverständigentagung geprüft werden.
387. Im Zuge der Umsetzung der Bestimmungen der Agenda 21 betreffend Süßwasserressourcen veranstaltete die Kommission Sachverständigentagungen und gab Veröffentlichungen über die integrierte Bewirtschaftung von Süßwasserressourcen und den Schutz von Wasserressourcen, die Wasserqualität und die aquatischen Ökosysteme in Asien und im Pazifik heraus. Ein zur Zeit in Arbeit befindliches Projekt befaßt sich mit der Förderung der Rolle der Frau beim Schutz und bei der Bewirtschaftung von Wasserressourcen. Als Beitrag zu der laufenden weltweiten Bewertung der Süßwasserressourcen gab die ESCAP das Guidebook to Water Resources, Use and Management in Asia and the Pacific (Führer für Wasserressourcen und für deren Nutzung und Bewirtschaftung in Asien und im Pazifik) heraus, das erste je für die Region erstellte derartige Handbuch, in dem 45 Länder/Gebiete in Asien und im Pazifik erfaßt sind. Weitere Projekte befaßten sich mit der Wasserpreisgestaltung und der umweltverträglichen Bewirtschaftung der Wassernachfrage.
388. Die Kommission räumte dem Regionalprogramm für angewandte Weltraumtechnik im Dienste einer bestandfähigen Entwicklung in Asien und im Pazifik, das von der 1994 in Beijing abgehaltenen Ministerkonferenz für angewandte Weltraumtechnik im Dienste der Entwicklung in Asien und im Pazifik eingeleitet worden war, hohe Priorität ein. Auf operatIVer Ebene wurden 14 Seminare oder Konferenzen für über 500 Teilnehmer aus Mitgliedsregierungen sowie zwei dreimonatige Ausbildungsseminare veranstaltet, die 30 Teilnehmern aus 20 Ländern zugute kamen. Langzeitstipendien (von 9 Monaten bis zu 1 Jahr) wurden 16 Teilnehmern aus 10 Ländern gewährt.
389. Bei den Tätigkeiten im Bereich Bodenschätze ging es auch weiterhin in erster Linie um die Bewertung der Bodenschatzvorkommen. Die Überprüfung der Bodenschatzvorkommen und der diesbezüglichen Politik der am wenigsten entwickelten Länder Asiens und Vietnams im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Entwicklung wurde abgeschlossen, ebenso die beiden Bände des Atlas of Mineral Resources (Bodenschatzatlas) der ESCAP, der sich auf die Geologie, die Bodenschätze und die jüngsten Politikentwicklungen konzentriert; sie sollen in Kürze veröffentlicht werden. Für 1996 beziehungsweise 1997 sind zwei weitere Bände des Atlas geplant, in denen die Umbruchländer Kirgisistan und Tadschikistan erfaßt werden sollen. Ziel weiterer Arbeiten im Bereich Bodenschätze ist die Förderung ausländischer Direktinvestitionen in die Bergbauindustrie und die Stärkung nationaler Kapazitäten zur Exploration von Bodenschätzen; in diesem Zusammenhang wurden mehreren Mitgliedsregierungen Beratende Dienste gewährt.
390. Im Bereich Meeresfragen wurde die Arbeit betreffend nichtlebende Ressourcen in der Küstenzone fortgesetzt, und zwar mit der Veröffentlichung einer Publikation mit dem Titel Towards Integrated Coastal Zone Management in Asia (Wege zu einer integrierten Bewirtschaftung der Küstenzone in Asien), der erste Band in einer Reihe über die Erschließung und Bewirtschaftung der nichtlebenden Ressourcen in den Küstenzonen der asiatisch-pazifischen Region; an der Erstellung der subregionalen Bewertung der Bodenschatz-/Erdölvorkommen in den Küstenzonen der Länder Nordostasiens wird ebenfalls weitergearbeitet. Im September 1995 fand in Bangkok das dritte Ausbildungsseminar über die Beseitigung und Entsorgung veralteter Offshore-Erdöl- und Erdgasplattformen und -strukturen auf dem Festlandsockel sowie in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Mitgliedstaaten in der asiatisch-pazifischen Region statt.
391. Im Rahmen des Unterprogramms Verkehr und Kommunikation wurden die Durchführung des Asiatischen Programms für den Aufbau der Landverkehrsinfrastruktur, einschließlich der Projekte für die Asiatische Autobahn und die Transasiatische Eisenbahn, sowie die Erleichterung des Landverkehrs von der Kommission weiter stark unterstützt. Bis Ende 1995 wurden folgende wichtige Tätigkeiten abgeschlossen: eine Durchführbarkeitsstudie über die Herstellung eines Schienenverkehrsverbunds zwischen China, der Mongolei, Kasachstan, der Russischen Föderation und der koreanischen Halbinsel; eine Studie über den Ausbau der Landverkehrsverbindungen zwischen Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan und Seehäfen der Islamischen Republik Iran, Pakistans und Chinas; eine Studie über die Schaffung eines asiatischen Autobahnnetzes; eine Studie über die Probleme im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Eisenbahnspurweiten in der Region; eine Studie über Straßenverkehrssicherheit in der Region; eine Studie über die Transasiatische Eisenbahn in der Subregion Indochina und in den ASEAN-Staaten (Phase II); sowie ein mit einer Studientour verbundenes Seminar über die Verwaltung der Wartung von LokomotIVen und rollendem Material (Changzhou, September 1995). Die Studien über Landverkehrskorridore zwischen Zentralasien und Europa sowie zwischen Zentralasien, China und der Islamischen Republik Iran sind weit fortgeschritten, ebenso wie Studien über andere Verkehrsfragen.
392. Maßgebliche Fortschritte wurden bei den Vorbereitungen für die Ministerkonferenz über Infrastruktur erzielt, die im Oktober 1996 in Neu-Delhi von der Regierung Indiens ausgerichtet wird und auf der die Umsetzung des Aktionsplans von Neu-Delhi für Infrastrukturentwicklung in Asien und im Pazifik eingeleitet und eine Bilanz von Phase II (1992-1996) der Verkehrs- und Kommunikationsdekade für Asien und den Pazifik gezogen werden soll. Dem Aktionsplan von Neu-Delhi ist als Anlage ein regionales Aktionsprogramm beigefügt, das von der ESCAP bei mehreren Begegnungen gemeinsam mit der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen, der Internationalen Arbeitsorganisation, der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation, dem Weltpostverein, der Internationalen Fernmeldeunion, der Internationalen Seeschiffahrts-Organisation und dem Fernmeldeverbund für Asien und den Pazifik abgefaßt und überarbeitet wurde. Die Kommission machte sich den Plan auf ihrer zweiundfünfzigsten Tagung zu eigen. Im Juli 1996 fand in Kuala Lumpur eine regionale Vorbereitungstagung für die Ministerkonferenz statt.
393. Zum Thema Ausbau des Fremdenverkehrs wurden mehrere Tagungen abgehalten: unter anderem die zweite und dritte Tagung der Arbeitsgruppe für den Fremdenverkehr in der Subregion des Mekong (Vientiane, Dezember 1995 und Pattaya, April 1996); ein nationaler Workshop über integrierte Fremdenverkehrsplanung (Nauru, Oktober 1995); ein nationaler Workshop über strategische Marketingplanung für den Fremdenverkehr (Marshallinseln, November 1995) und ein nationaler Workshop über den japanischen Reisemarkt (Vientiane, März 1996). Darüber hinaus wurden Mitgliedsregierungen Beratende Dienste gewährt und Studien veröffentlicht.
394. Die operatIVen Tätigkeiten im Rahmen des Unterprogramms Statistik waren auch weiterhin darauf ausgerichtet, den Ländern bei der Stärkung und Konsolidierung ihrer einzelstaatlichen Kapazitäten auf dem Gebiet der Statistik behilflich zu sein. Beratende Dienste wurden auf Gebieten wie volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Volkszählungen und demographische Erhebungen sowie Datenverarbeitung gewährt. Die Weitergabe und der Austausch von statistischem Fachwissen auf Fachtagungen und die Verbreitung dieses Wissens durch Ausbildungslehrgänge und Seminare wurden fortgesetzt. Im Sekretariat wurde auch weiter intensIV am Aufbau des Statistischen Informationssystems der ESCAP (ESIS) gearbeitet. Neben einer Reihe von Länderprofilen über Frauen wurde auch eh4>
32 herausgegeben. Das Statistische Institut für Asien und den Pazifik gewährte technische Unterstützung und Ausbildungshilfe in Form von im jeweiligen Land durchgeführten Kursen auf den Gebieten Analyse und Interpretation von Volkszählungs- und Erhebungsdaten, Konzipierung von Informationsdiensten, Verbreitung von Statistiken, Wirtschaftsstatistiken, Stichprobenerhebungen von Indikatoren der menschlichen Entwicklung und statistische Arbeitsvorgänge.
395. Zu den Hilfsmaßnahmen im Rahmen des Unterprogramms über die am wenigsten entwickelten Länder und die Binnen- und Inselstaaten unter den Entwicklungsländern zählt auch ein laufendes Projekt zur Aufzeigung institutioneller Hindernisse bei der Umsetzung makroökonomischer Politiken. Dabei wird die Rolle der makroökonomischen Stabilität, die Durchführung von währungs- und fiskalpolitischen Maßnahmen, die Steuerung der Wechselkurse und die Koordinierung diesbezüglicher Politiken analysiert, mit dem Ziel, Empfehlungen zur Verbesserung der institutionellen Vorkehrungen abzugeben. Um in den am wenigsten entwickelten Ländern bei der Integration der Frauen in den Entwicklungsprozeß behilflich zu sein, wurden im Rahmen eines Projekts zur Verbesserung des Zugangs von Frauen zu formellen Kredit- und Finanzinstitutionen die diesbezüglich bestehenden Hindernisse geprüft, die prägenden Merkmale von Kreditprogrammen aufgezeigt und bestimmte Politiken empfohlen, die es den Frauen ermöglichen sollen, Kredite aufzunehmen.
396. Als Bereiche, auf denen Unterstützung seitens der ESCAP benötigt wird, wurden auf der dritten Tagung 1995 des Sonderorgans für die Inselstaaten unter den Entwicklungsländern im Pazifik die zunehmenden Handels- und Investitionsbeziehungen, insbesondere zu den asiatischen Volkswirtschaften, und deren DIVersifizierung sowie die Bemühungen genannt, die im Zuge der Umsetzung des 1994 in Barbados verabschiedeten Aktionsprogramms für die bestandfähige Entwicklung der kleinen Inselstaaten unter den Entwicklungsländern zur Herbeiführung einer bestandfähigen Entwicklung unternommen werden. Unter den ergriffenen InitiatIVen sind zu nennen: eine Studie über das Ausfuhrpotential Fidschis in Richtung Asien, die Unterstützung des Fidschianischen Handels- und Investitionsrats bei der Einrichtung einer Forschungsstelle und ein Zweijahres-Projekt über die Verbesserung der Handels- und Investitionskooperation zwischen den pazifischen Inselstaaten und den Volkswirtschaften Ost- und Südostasiens in den neunziger Jahren.
397. Während des gesamten Zeitraums gewährte das Pazifische Operationszentrum der ESCAP den Inselstaaten im Pazifik Beratung und technische Hilfe auf den Gebieten Entwicklungsprogrammierung, Zentralbankfragen, makroökonomische Politikgestaltung, Finanzsysteme, Handelsförderung, Ausbau der Infrastruktur der Häfen und makroökonomisches Management und stellte auf spezifische Anfragen für kurze Zeit Berater zur Verfügung.
398. Die von Hazem El-Beblawi geleitete Wirtschafts- und Sozialkommission für Westasien konzentrierte sich auch weiterhin auf die Auswirkungen des Friedensprozesses und weltweiter Handelsliberalisierungspolitiken auf die ESCWA-Länder. Weitere wichtige Gegenstände der Arbeit der ESCWA waren neben Anschlußmaßnahmen an Weltkonferenzen die regionalen Auswirkungen der neugeschaffenen Welthandelsorganisation sowie Fragen im Zusammenhang mit Energie, Wasser, Technologie, Umwelt und anderen wirtschaftlichen und sozialen Bereichen.
399. Die wichtigsten Fragen, mit denen sich die ESCWA befaßte, entsprachen ihren fünf themenbezogenen Unterprogrammen: Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und der Umwelt, Verbesserung der Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, regionale Entwicklung und globale Veränderungen sowie besondere Programme und Fragen. Im Juni 1996 erschien ein Bericht über die Rolle, die Relevanz, die Vorstellungen und die Tätigkeit der ESCWA im Jahr 1995, und es ist vorgesehen, diesen Bericht von nun an alle zwei Jahre herauszugeben. Ergänzend zu den Tätigkeiten im Rahmen des regulären Arbeitsprogramms wurden den Mitgliedstaaten Beratende Dienste auf den Gebieten Landwirtschaft, Datenverarbeitung, Energie, Umwelt, Industrie, volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, soziale Entwicklung, Verkehr, Wasserressourcen sowie in Fragen betreffend die Welthandelsorganisation/das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen gewährt.
400. Der gesamten Tätigkeit der ESCWA kamen auch weiterhin die Auffassungen und Stellungnahmen ihrer Mitgliedstaaten zugute. Der auf Botschafterebene zusammentretende Beratungsausschuß hielt am 7. April 1996 eine Tagung ab.
401. Die ESCWA nahm auch weiterhin ihre Koordinierungsrolle wahr und veranstaltete ausgehend von den Ergebnissen einer im April 1995 abgehaltenen informellen regionalen Koordinierungstagung am 14. Oktober 1995 und am 16. Januar 1996 zwei Tagungen der Regionalen interinstitutionellen Koordinierungsgruppe, womit für die Region ein interinstitutioneller Koordinierungsmechanismus geschaffen wurde. Erste greifbare Ergebnisse in dieser Hinsicht sind die Weitergabe von Informationen sowie Vereinbarungen über die Schaffung von Arbeitsgruppen zu spezifischen Fragen. Im November 1995 hielt der Statistik-Ausschuß der ESCWA, ein zwischenstaatliches Fachorgan, in Amman seine erste Tagung ab.
402. Im Rahmen des Unterprogramms Natürliche Ressourcen und Umwelt gab die ESCWA eine Ausgabe des Energy Bulletin (Energiebulletins) sowie eine Reihe von Studien heraus: Analytical Study of Recent Projects on the Development of Oil and Natural Gas in Selected Member Countries: Jordan and Yemen (Analytische Studie der in jüngster Zeit durchgeführten Projekte zur Erschließung von Erdöl und Erdgas in ausgewählten Mitgliedsländern: Jordanien und Jemen); Assessment of Water Quality in the ESCWA Region (Bewertung der Wasserqualität in der ESCWA-Region); Resource Conservation Policies and Strategies for Agriculture: Case of the Syrian Arab Republic (Politiken und Strategien zur Erhaltung der Agrarressourcen: Fallbeispiel Syrische Arabische Republik); Promoting Cleaner Production in the Oil, Gas and Related Industries in the ESCWA Region (Förderung einer saubereren Produktion in der Erdöl-, Erdgas- und damit zusammenhängenden Industrien in der ESCWA-Region). Darüber hinaus wurde der Kommission ein Bericht über die Einführung geeigneter Mechanismen zur Förderung der regionalen Zusammenarbeit auf dem Wassersektor vorgelegt.
403. Im Berichtszeitraum wurden zwei Sachverständigentagungen und zwei Ausbildungslehrgänge abgehalten: Sachverständigentagungen über die Auswirkungen der Agenda 21 auf die integrierte Wasserbewirtschaftung in der ESCWA-Region (Amman, Oktober 1995) und über die Einrichtung eines regionalen Ausbildungsverbundsystems auf dem Wassersektor in der Region (Amman, November 1995); ein Ausbildungslehrgang über die Verwendung von Fernerkundungsdaten und Techniken des Geographischen Informationssystems (GIS) in der Hydrologie und der Hydrogeologie; und ein Gruppenausbildungslehrgang für die Wasserbewirtschaftung in der Landwirtschaft (Kafr esch-Scheich (Ägypten), Mai - Juni 1996). Zwei Feldprojekte wurden 1995 fortgesetzt, und zwar das Projekt Bewertung von Wasserressourcen unter Heranziehung von Fernerkundungstechniken und eine Studie über gemeinsame grundwasserführende Basaltschichten in Jordanien und in der Syrischen Arabischen Republik. Beide Projekte sollen im Zweijahreszeitraum 1996-1997 abgeschlossen werden.
404. Zu den im Rahmen des Unterprogramms Verbesserung der Lebensqualität durchgeführten Tätigkeiten über soziale Aspekte der Entwicklung zählte auch eine multidisziplinäre AktIVität zur Frage der Beseitigung der Armut, die in die folgenden Studien mündete: Poverty in Western Asia: A Social PerspectIVe (Armut in Westasien: eine soziale PerspektIVe); Women and Poverty in the ESCWA Region: Issues and Concerns (Frauen und Armut in der ESCWA-Region: Probleme und Anliegen); Impact of Selected Macro-economic and Social Policies on Poverty: The Case-Study of Egypt, Jordan and the Republic of Yemen (Auswirkungen ausgewählter makroökonomischer Politiken und Sozialpolitiken auf die Armut: Fallstudie Ägypten, Jordanien und Republik Jemen) und Poverty in Western Asia: Extent and Measures for its Alleviation (Armut in Westasien: ihr Ausmaß und Maßnahmen zu ihrer Milderung). Folgende Studien wurden ebenfalls fertiggestellt: The Impact of Population Growth and Urbanization on Food Consumption Patterns in Jordan (Die Auswirkungen des Bevölkerungswachstums und der Verstädterung auf den Nahrungsmittelkonsum in Jordanien) und The Present Status of Agricultural Extension in Yemen and Future Prospects (Der gegenwärtige Stand der landwirtschaftlichen Beratungsdienste in Jemen und ihre voraussichtliche Entwicklung).
405. Außerdem gab die ESCWA die folgenden Veröffentlichungen heraus: das jährlich erscheinende Population Bulletin (No. 43) (Bevölkerungsbulletin Nr. 43); die alle zwei Jahre erscheinenden Veröffentlichungen Demographic and Related Socio-economic Data Sheets (Demographische und verwandte sozioökonomische Datenaufstellungen); Human Development and Socio-cultural Specificity: The Case of the Arab World (Die menschliche Entwicklung und soziokulturelle Besonderheiten des arabischen Raums); Social Dimensions of Human Development (Soziale Dimensionen der menschlichen Entwicklung); Changing Values in the Arab Family (Wertewandel in der arabischen Familie); Regional PerspectIVe of Human Settlements in ESCWA Countries (Regionale PerspektIVe der menschlichen Siedlungen in den ESCWA-Ländern); Technological and Social Aspects of Upgrading and Revitalizing Settlements: The Case of the Town of Thula in Yemen (Technologische und soziale Aspekte der Modernisierung und Revitalisierung von Siedlungen: die Stadt Thula in Jemen); und zwei Ausgaben des alle zwei Jahre erscheinenden Newsletter on Human Settlements in the Arab World (Mitteilungsblatt über menschliche Siedlungen in der arabischen Welt). Außerdem wurden die Ergebnisse der im Januar 1995 in Amman abgehaltenen Sachverständigentagung zur Vorbereitung der Habitat-II-Konferenz herausgegeben.
406. Die ESCWA veranstaltete eine Sachverständigentagung über unternehmerische Fähigkeiten und Führungsqualifikationen in einem sich wandelnden Umfeld (Bahrain, November 1995) und den Workshop über die Überwachung und Bewertung von ländlichen Entwicklungsprojekten (Amman, September 1995).
407. In Zusammenarbeit mit dem UNDP erstellte die ESCWA ein Projektdokument zu dem Thema "Vorbereitungshilfe für eine regionale Unterstützung einzelstaatlicher Maßnahmen zur Herbeiführung einer bestandfähigen Entwicklung"; mit den Arbeiten an dem vom Programm der Länder des Arabischen Golfs für die Entwicklungsorganisationen der Vereinten Nationen (AGFUND) finanzierten Projekt zur Einrichtung eines Zentrums in Amman für die Ausbildung blinder Mädchen im Umgang mit Computern wurde begonnen. Darüber hinaus wurden die folgenden Datenbanken geschaffen und weitergeführt: die Datenbank für Erwerbsbevölkerungsstatistiken; die ESCWA-Datenbank für Sozialstatistiken; die Datenbank für menschliche Siedlungen; die Datenbank für Geschlechtsstatistiken für die ESCWA-Mitgliedstaaten und die Datenbank für Statistiken betreffend die arabische Frau, wozu auch eine gleichnamige Veröffentlichung gehört.
408. Die Tätigkeiten der ESCWA im Rahmen ihres Unterprogramms Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit umfaßten die jährliche multidisziplinäre Veröffentlichung Survey of Economic and Social Developments in the ESCWA Region (Überblick über die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen in der ESCWA-Region), zu der die meisten Abteilungen der ESCWA Beiträge beisteuerten; eine im Zusammenhang mit dem Überblick abgeschlossene Veröffentlichung mit dem Titel Stock Markets in the ESCWA Region (Aktienmärkte in der ESCWA-Region); Analytical Review of Developments and Issues in the External Trade and Payments Situation of Countries of the ESCWA Region (Analytischer Überblick über die Entwicklungen und Probleme im Zusammenhang mit dem Außenhandel und den Auslandszahlungen der Länder der ESCWA-Region); Review of Developments and Trends in the Monetary and Financial Sectors in the ESCWA Region (Überblick über die Entwicklungen und Tendenzen auf dem Währungs- und Finanzsektor in der ESCWA-Region); Revitalization of Research and Development in the ESCWA Region (Neubelebung von Forschung und Entwicklung in der ESCWA-Region); und Techno-Economic Aspects of the Commercial Application of New Materials Technologies in the ESCWA Member Countries (Technoökonomische Aspekte der kommerziellen Anwendung neuer Werkstofftechnologien in den Mitgliedsländern der ESCWA).
409. Folgende weitere Studien wurden erstellt: ESCWA Regional Strategy for Multimodal Transport Development (ESCWA-Regionalstrategie für die Entwicklung des kombinierten Verkehrs); Transport Bulletin (No. 6) (Verkehrsbulletin Nr. 6); A Port Pricing Model for the ESCWA Region (Preisbildungsmodell für Häfen in der ESCWA-Region), in Zusammenarbeit mit der Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik, wobei der jordanische Hafen Akaba als Pilotfall herangezogen wurde; Impact of the Structural Adjustment Programme on Food Production and Consumption in Egypt (Auswirkungen des Strukturanpassungsprogramms auf die Nahrungsmittelerzeugung und den Nahrungsmittelkonsum in Ägypten); Agricultural Integration among Iraq, the Syrian Arab Republic, Lebanon and Jordan (Landwirtschaftliche Integration zwischen Irak, der Syrischen Arabischen Republik, Libanon und Jordanien); und Review of Recent Development of Manufacturing ActIVities and Prospects in the ESCWA Region, 1994 (Überblick 1994 über neue Entwicklungen in der verarbeitenden Industrie und diesbezügliche Aussichten in der ESCWA-Region). Darüber hinaus wurde die 17. Ausgabe der Publikation Agriculture and Development in Western Asia (Landwirtschaft und Entwicklung in Westasien) veröffentlicht, die sich mit Fragen im Zusammenhang mit Politiken und der Planung, aktuellen Agrarproblemen und der Ernährungssicherheit befaßt, sowie vier Statistikreihen: Statistical Abstract of the ESCWA Region (No. 15) (Zusammenfassende statistische Darstellung der ESCWA-Region, Nr. 15); Prices and Financial Indicators in the ESCWA Region (No. 13) (Preise und Finanzindikatoren in der ESCWA-Region, Nr. 13); National Accounts Studies of the ESCWA Region (No. 15) (Studien über die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen in der ESCWA-Region, Nr. 15); und Bulletin of Industrial Statistics for the Arab Countries, 1995 (No. 2) (Bulletin der Industriestatistiken für die arabischen Länder, 1995 (Nr. 2)).
410. Folgende Tagungen und Ausbildungslehrgänge wurden abgehalten: eine Sachverständigentagung über die Neubelebung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit in der ESCWA-Region (Hurghada (Ägypten), September 1995) und über technoökonomische Aspekte der Anwendung neuer Werkstofftechnologien in der Region (Al-Ain (Vereinigte Arabische Emirate), Oktober 1995); Regionale Ausbildungsworkshops für Ausbilder auf dem Gebiet der Projektplanung unter Einbeziehung von Umweltgesichtspunkten (Ankara, September 1995) und auf dem Gebiet der Analyse der Nahrungsmittel- und Agrarpolitik (Amman, Oktober 1995) sowie ein Ausbildungsworkshop über Analyse und Management des Agrarsektors (Al-Ain (Vereinigte Arabische Emirate), Dezember 1995). Im November 1995 fand in Kairo in Zusammenarbeit mit der Arabischen Organisation für Industrieentwicklung und Bergbau, der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) und anderen Organisationen die zweite Arabische Konferenz und Ausstellung für Elektronik-, Software- und Kommunikationsindustrien in den arabischen Ländern statt.
411. Es wurden Datenbanken für Industriestatistiken der arabischen Länder und für transnationale Unternehmen geschaffen und weitergeführt; außerdem wurden Vorbereitungen für die für 1996 anberaumte Tagung über China und die arabische Welt: Förderung der interregionalen Güter- und Dienstleistungsströme sowie für die Veröffentlichung von Länderprofilen über Güter-, Dienstleistungs- und Investitionsströme getroffen, die 1996 erscheinen sollen.
412. Im Rahmen ihres Unterprogramms Regionale Entwicklung und weltweite Veränderungen befaßte sich die ESCWA mit den Auswirkungen exogener Faktoren und der weltweiten Veränderungen auf die Region. Es wurden folgende AktIVitäten durchgeführt: die multidisziplinäre Studie The Impact of the Single European Market on ESCWA Member Countries (Die Auswirkungen des Europäischen Binnenmarkts auf die ESCWA-Mitgliedsländer) erschien in fünf Bänden samt Zusammenfassung und Empfehlungen (Band I: Außenhandel; Band II: Landwirtschaft; Band III: Handel mit Fertigwaren; Band IV: Bank- und Finanzwesen; und Band V: Wissenschaft und Technologie). Ferner wurden Studien veröffentlicht über PrIVatization in the Gulf Countries (PrIVatisierung in den Golfländern); PrIVatization in ESCWA Countries with More DIVersified Economies (PrIVatisierung in ESCWA-Ländern mit stärker dIVersifizierten Volkswirtschaften); und Industrial Strategies and Policies in the ESCWA Region within the Context of Changing International and Regional Environment (Industrielle Strategien und Industriepolitiken in der ESCWA-Region im Kontext des sich wandelnden internationalen und regionalen Umfelds).
413. Im November 1995 fand in Bahrain eine Sachverständigentagung zum Thema "Industrielle Strategien und Industriepolitiken im Kontext des sich wandelnden internationalen und regionalen Umfelds" statt, die sich in erster Linie mit Fragen der makroindustriellen Politik befaßte, und im Mai 1996 wurde in Abu Dhabi ein Workshop über die Auswirkungen der ISO-Norm 9000 auf die Zementindustrie abgehalten.
414. Der Nahostfriedensprozeß, die besetzten Gebiete und die am wenigsten entwickelten Länder gehörten zu den Themen, die im Rahmen des Unterprogramms Besondere Programme und Fragen behandelt wurden, in dessen Rahmen unter anderem folgende Studien durchgeführt wurden: Study and Evaluation of Agricultural Credit Institutions in the Palestinian Territories (Untersuchung und Bewertung von Agrarkreditinstitutionen in den palästinensischen Gebieten) und Assessment of the Cropping Pattern in the Gaza Strip and Prospects for Developments (Bewertung der Anbauweisen im Gazastreifen und Entwicklungsaussichten), Investment Environment in the Industrial Sector in Yemen (Umfeld für Investitionen auf dem Industriesektor in Jemen); Farm Data Handbook: Occupied Territories (Handbuch landwirtschaftlicher Daten: die besetzten Gebiete).
415. Das ESCWA-Sekretariat war auf der am 8. Mai 1996 in Amman abgehaltenen Plenarsitzung der Arbeitsgruppe für die regionale wirtschaftliche Entwicklung vertreten. An diesen Sitzungen nehmen Länder der verschiedenen Weltregionen teil, die Partner im Nahostfriedensprozeß sind; es handelt sich dabei um eine Anschlußmaßnahme an das im Oktober 1995 abgehaltene Gipfeltreffen von Amman. Außerdem wurde die ESCWA vom Generalsekretär gemäß Resolution 50/22 C der Generalversammlung zur federführenden Organisation für die Durchführung einer technischen Sondermission nach Libanon bestimmt, deren Auftrag darin bestand, die Verluste an Menschenleben und die Sachschäden aufgrund der dortigen Feindseligkeiten zu untersuchen und einen diesbezüglichen Bericht zu erstellen (27. Mai - 10. Juni 1996). Darüber hinaus nahm die ESCWA an dem vom Büro des Sonderkoordinators der Vereinten Nationen in den besetzten Gebieten im April 1996 in Gaza veranstalteten Dritten interinstitutionellen Tagung der Vereinten Nationen für die palästinensischen Gebiete teil; es wurden zwei Projektdokumente über die Errichtung von Gründerzentren in den besetzten palästinensischen Gebieten erstellt, eines für das Westjordanland und das andere für den Gazastreifen.

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Bericht des Generalsekretärs 1996, Inhalt Report of the Secretary-General 1996, Table of contents |